Blog Kategorien

Neu

Schlagworte

PKV-Vollversicherung 2024: Debeka, Arag und HanseMerkur gewinnen deutlich – DKV verliert massiv

Trotz steigender Bedeutung der Krankenzusatzversicherung bleibt die Vollversicherung das Kerngeschäft der Privaten Krankenversicherung (PKV). Wir haben die Entwicklung der Vollversicherungsbestände unter die Lupe genommen und zeigen, welche Versicherer 2024 deutlich zulegen konnten – und wer spürbare Rückgänge verzeichnet.

Erste Trendwende nach Jahren des Rückgangs

In den vergangenen Jahren war die Zahl der PKV-Vollversicherten rückläufig. Verantwortlich dafür waren vor allem demografische Effekte, die fortdauernde Anhebung der Versicherungspflichtgrenze sowie eine anhaltende mediale Berichterstattung über hohe Prämiensteigerungen im Alter. Erst 2023 zeichnete sich wieder ein leichter Zuwachs ab, der sich 2024 fortsetzte. Die Zahl der PKV-Vollversicherten stieg 2024 um knapp 30.000 Personen – ein Plus von 0,34 Prozent gegenüber 2023.

Der aktuelle map-Report „Bilanzrating Private Krankenversicherung 2024" zeigt, welche Versicherer im vergangenen Jahr Zugewinne verzeichnen konnten und welche Unternehmen Bestandsverluste hinnehmen mussten.

Debeka, Arag und HanseMerkur führen beim Bestandswachstum

In absoluten Zahlen liegt der Marktführer Debeka im Jahresvergleich 2024 zu 2023 vorne. Der Verein auf Gegenseitigkeit konnte 27.270 Vollversicherte dazugewinnen.

Die Arag folgt mit 19.987 neuen Vollversicherten, die HanseMerkur mit 13.172 und die Barmenia mit 9.350. Unter den fünf größten Versicherern konnte neben der Debeka nur die Axa ihre Versichertenzahl steigern – allerdings mit vergleichsweise moderaten 1.718 Neukunden.

Unser Blogbeitrag zu den Übertragungswerten legt nahe, dass die HanseMerkur und die Arag besonders von Umdeckungen profitieren – also von Personen, die nicht neu in die PKV eintreten, sondern innerhalb des Systems einen Anbieterwechsel vollziehen.

Arag legt um 23 Prozent zu – höchstes prozentuales Wachstum der Branche

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die prozentuale Entwicklung der Vollversicherungsbestände. Hier liegt die Arag mit einem deutlichen Plus von 22,85 Prozent an der Spitze. Mit knapp zehn Prozent Zuwachs folgt die Mecklenburgische, während die Concordia mit 6,34 Prozent ebenfalls einen vergleichsweise hohen prozentualen Zuwachs verzeichnen konnte. Beide Versicherer gehören dabei zu den kleinen PKV-Anbietern, insbesondere was die Bestände in der Vollversicherung betrifft.

Wer Versicherte verloren hat

Auf der anderen Seite haben der Münchener Verein und die Nürnberger jeweils 2,54 Prozent ihrer Vollversicherten verloren, die Landeskrankenhilfe verzeichnet einen Rückgang von 2,50 Prozent. Die DKV, drittgrößter PKV-Anbieter, verlor 2,36 Prozent ihrer Vollversicherten, was etwas mehr als 16.000 Personen entspricht. Über den Fünf-Jahres-Zeitraum von 2020 bis 2024 verlor die DKV 58.350 Vollversicherte – ein Rückgang von etwa acht Prozent.

Branche hat seit 2011 mehr als 230.000 Vollversicherte verloren

Den höchsten Bestand an Krankenvollversicherten verzeichnete die Branche im Jahr 2011 mit insgesamt 8.976.400 Personen. Seitdem hat der Markt mehr als 230.000 Vollversicherte verloren. Zwischen 2020 und 2024 bremste sich der Rückgang ab. 2023 und 2024 wuchs die Zahl der Vollversicherten sogar wieder leicht. Der zunehmende Druck auf die GKV-Finanzen und steigende Beitragssätze dürften dabei eine Rolle gespielt haben.

Warum stabile Bestände so wichtig sind

Stabile oder wachsende Bestände sind für die PKV essenziell. Weniger junge Versicherte bedeuten einen schwierigeren demografischen Ausgleich – mit der Folge steigenden Beitragsdrucks. Auch das Anwartschaftsdeckungsverfahren – die Bildung von Alterungsrückstellungen – gerät unter Druck. Die Folge: steigende Beiträge und belastete Tarifkalkulationen. Zudem droht die Vollversicherung als zentrales Ertrags- und Stabilitätsfundament der PKV an Bedeutung zu verlieren, was die Abhängigkeit von Zusatzversicherungen weiter erhöhen würde.

Fazit

Die Zahlen für 2024 zeigen deutliche Verschiebungen im Markt: Während einige Versicherer wie Arag, HanseMerkur und Debeka deutlich zulegen konnten, mussten andere spürbare Rückgänge hinnehmen. Der Gesamtzuwachs von 0,34 Prozent ist minimal – von einer echten Trendwende kann noch keine Rede sein. Verlässliche Zahlen für das Jahr 2025 werden erst im Laufe des Jahres 2026 vorliegen. Ob sich der Trend fortsetzt, wird sich zeigen.

Zum Hintergrund

Der map-report 940 „Bilanzrating Private Krankenversicherung 2024", erschienen im September 2025, zeigt die wichtigsten Bilanzkennzahlen von 36 Krankenversicherern der vergangenen Jahre sowie weitere Daten zur Ertragslage und zu den Übertragungswerten im Geschäftsjahr 2024.

Eine der untersuchten Kennzahlen ist die Anzahl der versicherten Personen in der Vollversicherung, die in diesem Blogbeitrag beschrieben wurde. Im „Bilanzrating Privater Krankenversicherer 2024" wurden uniVersa, LVM, Alte Oldenburger und SIGNAL IDUNA mit der höchsten Bewertungskategorie „mmm+" für hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Weitere Informationen dazu gibt es hier: map-report 940: Bilanzrating Private Krankenversicherung 2024

Der map-report kann im PDF-Format kostenpflichtig bestellt werden. Weitere Informationen finden sich hier: map-report | Franke und Bornberg

Schlagworte:

Neuen Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.