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Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Produktqualität steigt

In einer Pressemitteilung vom Mai 2014 hatten wir prognostiziert, dass sich eine durchgängig hohe Produktqualität in der Erwerbsunfähigkeitsversicherung erst einstellt, wenn sich anerkannte Produktratings etablieren. Wir haben damit gerechnet, dass die Versicherer ihre Qualitätsstandards nach Veröffentlichung unseres 2014 wieder aufgenommenen EU-Ratings auf hohem Niveau angleichen. Unsere Prognose hat sich schneller bewahrheitet als absehbar war…

Kleine Historie über die Entwicklung der Produktschwestern BU und EU

Genau vor 20 Jahren haben wir mit unserem ersten BU-Rating eine kaum vorhersehbare Qualitätsinitiative im deutschen Markt gestartet. Es war das erste Rating für Versicherungsprodukte im deutschen Markt, der sich noch frisch der Herausforderung der Deregulierung stellen musste. Damals wie heute lesen nur wenige Menschen gerne das Kleingedruckte, in dem sich jedoch das alles Entscheidende verbirgt: die Produktqualität. Wir sind schon ein wenig stolz darauf, dass wir mit unseren Ratings zum Anwalt der Produktqualität im deutschen Markt geworden sind, indem wir gute, aber auch schlechte Qualität für jeden sichtbar gemacht haben.

Bereits 4 Jahre nach dem ersten BU-Rating, haben wir 1999 das erste EU-Rating veröffentlicht. Wie in der BU zeigte sich auch hier das uns inzwischen hinreichend bekannte Phänomen, dass ein Produktbereich ohne anerkanntes Rating eine heterogene und überwiegend versteckte schlechte Qualität aufweist. Das ändert sich sehr schnell, wenn sich ein anerkanntes Rating in diesem Produktbereich etabliert. In der EU zeigte sich dieser Effekt besonders krass. Nach 1999 entwickelte sich zunächst ein hoher Qualitätsstandard bei EU-Produkten. Wir hatten dann mangels Nachfrage das EU-Rating ab 2008 ausgesetzt und 2014 wieder aufgelegt. Die ehemals hohe Qualität rutschte in dieser Pause im Vergleich zum Schwesterprodukt, der BU, ab.

Die jetzt erneut ansteigende Qualität kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn wir hatten das EU-Rating wiederbelebt, da die BU durch den Wettbewerb der Anbieter immer weniger Reichweite bei Erwerbstätigen erzielt. Seit Jahren verharrten die Bestandszahlen der BU-Verträge auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau. Erfreulicherweise motiviert unser EU-Rating inzwischen die Versicherer zu neuer Kreativität in der Produktentwicklung, von der die wiederentdeckte EU profitiert.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung-Produktrating

Zur Kreativität beigetragen hat auch das Konstrukt unseres EU-Ratings, das Produkte in drei Kategorien einordnet. Mit Basis, Komfort und Komfort plus bieten wir eine einfache Unterscheidungsmöglichkeit für die zunehmende Produktdifferenzierung im Markt für Erwerbsunfähigkeitsversicherung und gewährleisten so die gewohnt exakte Transparenz beim Vergleich von Versicherungsprodukten. So können wir dazu beitragen, dass nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Aktuelle Trendanalyse der EU-Produkte zeigt klare Tendenz zu mehr Produktqualität

Bei unveränderten Ratinganforderungen konnten wir durch unsere aktuelle marktweite Analyse feststellen, dass sich in der Erwerbsunfähigkeitsversicherung ebenfalls eine klare Tendenz zu mehr Produktqualität abzeichnet:

So wurden in der EU nicht nur die eigentlichen Leistungsdefinitionen verbessert, sondern es wurden auch andere Leistungs- und Qualitätsmerkmale, wie Regelungen bei Zahlungsschwierigkeiten oder Service-Leistungen an inzwischen erreichte Marktstandards in der BU angepasst. Außerdem setzen sich auch in der EU immer mehr leistungsstarke Elemente durch, die schon aus der BU bekannt sind. So ist auch hier vermehrt der Trend erkennbar, zusätzliche biometrische Risiken abzusichern. Immer häufiger ist zu den EU-Produkten ein Pflege- oder Dread-Disease-Baustein abschließbar und ergänzt die eigentliche Hauptleistung. Somit gleichen sich BU- und EU-Produkte, abgesehen natürlich von der eigentlichen Leistungsdefinition, in den Grundqualitäten immer weiter an.

Anhand der folgenden zwei Grafiken, welche die Notenverteilungen von April 2014 der Notenverteilung vom Juli 2015 gegenüberstellt, wird die Qualitätsentwicklung deutlich.

Hinweis zur Kategorie-Einordnung 

An die Kategorie EU Basis werden keine speziellen Voraussetzungen geknüpft. Diese Kategorie kann sich für Verbraucher eignen, die einen qualitativ höherwertigen EU-Schutz nicht finanzieren können oder nur eine Grundabsicherung wollen. Ein Produkt der Kategorie EU Komfort weist zusätzliche positive Merkmale auf, wie beispielsweise eine noch mögliche Tätigkeitsdauer von mindestens drei Stunden täglich. Die Kategorie EU Komfort plus erfüllen Versicherungen, die neben allen EU-Komfort-Merkmalen zusätzlich mindestens einen Biometrie- Baustein, wie etwa zusätzliche Leistungen bei schweren Erkrankungen oder Pflegebedürftigkeit beinhalten.

Zur Grafik/Notenverteilung

Auffällig ist, das aktuell vor allem die Produkte in der Kategorie EU Komfort besser abschneiden; während 2014 nur vier Produkte mit FFF bewertet wurden, sind es 2015 bereits 14. Kein EU-Tarif erhielt 2014 von uns in den Kategorien Komfort Plus und Basis Bestnote. 2015 sind es in der Kategorie Komfort Plus bereits 4 und in der Kategorie Basis 2 Tarife, die wir mit FFF auszeichnen konnten.

Produktanzahl (Stand Juli 2015)

Produktart                            Anzahl* 
Berufsunfähigkeit                        536 
Erwerbsunfähigkeit                       71 
Grundfähigkeit                                7 
Multirisk-Leben                               6 
Multirisk-Unfall                             16 
Gesamt                                     636 

* Ohne Beitragsbefreiungstarife

 

Notenverteilung | Rating Erwerbsunfähigkeitsversicherung

April 2014      
                                FFF        FF+          FF       FF-        F+ 
EU-Basis                    0            4            30         3           0 
EU-Komfort                 4           9            10          0           0 
EU-Komfort plus         0            7             0          0           0


Juli 2015      
                               FFF         FF+           FF        FF-       F+ 
EU-Basis                    2             4            21           2          2 
EU-Komfort              14             4              5            0          0 
EU-Komfort plus        4            11              2            0          0 

Fazit 

Eine marktweit hohe Produktqualität hilft Verbrauchern und Beratern, denn das Risiko einer möglicherweise folgenreichen Fehlentscheidung für ein schlechtes Produkt nimmt ab. Problematisch sind gerade die versteckten Schwächen der Tarife, die ohne ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen in der Produktbewertung regelmäßig übersehen werden. Zugegeben, sind solche Schwächen oft auch gut „versteckt“. Wir warnen allerdings vor dem Streben nach Einheitlichkeit nur auf Höchst-Niveau, also einem Bedingungswettbewerb, wie er Jahre lang in der BU betrieben wurde. Denn in jeder Produktklasse sollte es solide und bezahlbare Basis-Varianten geben. Natürlich ohne versteckte Schwächen. So kann jeder Kunde nach seiner Mentalität und seinem Geldbeutel bedient werden.

Wir unterstützen daher die Produktvielfalt insbesondere durch unsere drei abgestuften Ratingkategorien Basis, Komfort und Komfort Plus. Natürlich bedeutet ein FFF auch in der Basis-Tarifvariante, dass es keine versteckten Stolpersteine gibt. Die Grundleistungen der Kategorien unterscheiden sich zwar zum Teil deutlich, sind aber transparent ausgewiesen, so dass jeder weiß, was er kauft.

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