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BU-Leistungspraxisstudie Teil 1: Auswahl und Verteilung der Gutachter

Vermehrt wurde in den Medien negativ über das Regulierungsverhalten insbesondere der BU-Versicherer berichtet. Es ist u. a. die Rede von systematischen Benachteiligungen, Hinterhaltetaktiken und Vorenthaltungen berechtigter Leistungsansprüche. Aber haben BU-Versicherer im Leistungsfall tatsächlich nur das eine Ziel: auf keinen Fall zu leisten?

Mit unserer BU-Leistungspraxisstudie haben wir das Regulierungsverhalten der BU-Versicherer auf den Prüfstand gestellt und Tatsachen geschaffen. Wir liefern alle Daten, Zahlen, Fakten dazu: hier bei uns im Blog, heute Teil 1…

Die Key-facts zur Studie

  • Untersuchte Gesellschaften:
    AachenMünchener, Ergo, HDI, Nürnberger, Stuttgarter, Swiss Life und Zurich
  • Gesamtbestand von 4,8 Mio. BU-Versicherten (davon 1,4 Mio. BUZ zur Beitragsbefreiung der Hauptversicherung)
  • BU-Leistungsbestand zum Jahresende 2012 von rund 75.000 Fällen
  • Ca. 22.400 BU-Leistungsfall-Neuanmeldungen (das entspricht über 50% des Gesamtmarktes an Leistungsfällen)
  • Stichprobenumfang vor Ort: Über 700 Leistungsfälle, davon 75% Ablehnungen

Zusätzlich analysieren wir die Leistungsfallbearbeitung durch Hospitation in der entsprechenden Fachabteilung. Wir nehmen Einblick in die technischen Systeme zur Bestands- und Leistungsfallbearbeitung. So ist es möglich, gesicherte Fakten zu gewinnen, die das allgemeine Regulierungsverhalten der untersuchten Gesellschaften widerspiegeln. Aufgrund der Größe und Marktrelevanz der analysierten Gesellschaften sowie des Umfangs der Stichprobe lassen sich große Teile der gewonnenen Erkenntnisse auf die gesamte Branche übertragen.

Ob es außerhalb unserer Untersuchungsgruppe auch sogenannte „schwarze Schafe“, also Versicherer mit deutlich schlechterer Regulierungspraxis gibt, können wir nicht ausschließen. Aber Sie können uns unterstützen, indem Sie uns kritische Leistungsfälle zur Kenntnis geben. Wir gehen jedem Fall nach und geben Ihnen Feedback.

Unsere Stichprobe umfasst mehr als 700 Leistungsfälle. Wir haben nicht nur die Richtigkeit der Angaben zur Regulierungsdauer überprüft, sondern auch die Fälle näher betrachtet in denen Gutachter beauftragt wurden. Hier haben wir auch ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, ob die Vorwürfe der Medien stimmen und bestimmte Gutachter gesellschaftsunabhängig immer wieder auftauchen, die als gesellschaftsnah gelten. Das Ergebnis ist überraschend:

Auswahl und Verteilung der Gutachter

Im Gegensatz zu den Vorwürfen einer mit dem Zweck einen BU-Grad unter 50 % nachzuweisen, konnte eine Konzentration auf einige wenige Gutachter oder Gutachter-Institute nicht festgestellt werden.

Im Rahmen der Stichprobe von über 700 Leistungsfällen wurden 69 Gutachten ermittelt. Diese wurden bei 52 verschiedenen Gutachtern in Auftrag gegeben. Darüber hinaus zeigt sich eine breite regionale Streuung, was Aussagen der Gesellschaften, möglichst Wohnort-nahe Gutachter einzusetzen, bestätigt. Aus der Dokumentation der Leistungsfälle geht zudem hervor, dass regelmäßig Gutachter nach deren zeitlichen Ressourcen ausgewählt werden, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Das vorgeworfene System der zielgerichteten Gutachterauswahl konnte bei keinem Unternehmen festgestellt werden. Das Institut mit der größten Häufung an Gutachten wurde sechsmal beauftragt. Bei drei weiteren Instituten wurden je drei Aufträge erteilt, bei sechs weiteren Einrichtungen je zwei:

Kommentare

Danke für die hilfreichen Infos hier. Leider habe ich die Details der Studie (im Beitrag dazu im Versicherungsjournal steht „Weitere Details aus der BU-Leistungspraxisstudie veröffentlichen die Analysten in ihrem „fb>blog“.“) nicht gefunden. Im Artikel im Versicherungsjournal stehen mehr Details als hier. Beispiel: Fehlender Grad der Berufsunfähigkeit häufigster Ablehnungsgrund, Regulierung dauert Monate, etc.

Habe ich da etwas übersehen oder kommen die Details hier noch?

Viele Grüße und vorab schon besten Dank
Stefan Benkert

Lieber Herr Benkert,
sehr gerne und ganz richtig, viele weitere Details, Zahlen, Daten und Fakten zur Studie, u. a. auch die von Ihnen angesprochenen Beispiele wie „Fehlender Grad der Berufsunfähigkeit häufigster Ablehnungsgrund, Regulierung dauert Monate, etc.“, folgen noch. Das war erst der Anfang (Teil 1).

Also regelmäßig mal vorbeischauen oder unseren Blog-Newsletter abonnieren.

Viele Grüße

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