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Cyber-Rating Gewerbe 2026: Qualitätssprung nach acht Jahren Rating

Franke und Bornberg aktualisiert das Rating zur gewerblichen Cyber-Versicherung. 201 Tarife von 27 Versicherern wurden analysiert – erstmals erreicht ein Angebot die Höchstnote FFF+ (hervorragend). Das Rating hat messbar zur Qualitätssteigerung im Markt beigetragen.

Hannover, 12. Mai 2026. Cyber-Angriffe auf Unternehmen sind keine Ausnahme mehr – sie sind Alltag. Jedes vierte bis fünfte mittelständische Unternehmen in Deutschland wurde in den vergangenen Jahren Opfer eines erfolgreichen Cyber-Angriffs. Auf mehr als 250 Milliarden Euro jährlich beziffert der Digitalverband Bitkom die Schäden für die deutsche Wirtschaft durch Diebstahl, Spionage und Sabotage – zwei Drittel davon gehen auf Cyber-Angriffe zurück.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft die Lage im Cyberraum in seinem Jahresbericht 2025 als „angespannt“ ein. Gleichzeitig stagniert die Cybersicherheit vieler Unternehmen: Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aus September 2025 unterschätzen insbesondere Mittelständler die eigenen Cyber-Risiken und überschätzen die Qualität ihrer IT-Schutzmaßnahmen systematisch (GDV, Dossier: Cybersicherheit, April 2026).

Dennoch wächst der Markt an Cyberversicherungen stetig. Die BaFin gibt in einer aktuellen Erhebung die Beitragseinnahme aus dem selbstabgeschlossenen Geschäft für die befragten Unternehmen in 2024 mit rund 807 Mio. Euro an – ein Plus von 13 Prozent zum Vorjahr.

Vor diesem Hintergrund veröffentlicht Franke und Bornberg das aktualisierte Rating zur gewerblichen Cyber-Versicherung. Das Ergebnis ist eindeutig: Seit der Erstveröffentlichung im Oktober 2018 hat sich der Markt rasant entwickelt – mit deutlich gestiegener Qualität. Und das Rating hat dabei eine messbare Rolle gespielt. Doch die steigende Tarifqualität allein löst das eigentliche Problem nicht: Zu viele Betriebe sind noch immer unterversichert oder gar nicht geschützt.

Cyber-Rating Gewerbe 2026: Was dieses Update zeigt

Am Ratingverfahren wurden keine Änderungen vorgenommen – abgesehen von einer geringfügig angepassten Struktur der Kriterien im Jahr 2024. Bewertet werden 27 Kriteriengruppen mit insgesamt über 100 Detailkriterien und einer Gesamtpunktzahl von 16.800 Punkten. Die Ratingklassen reichen von FFF+ (hervorragend) bis F- (ungenügend). Damit ist die Vergleichbarkeit mit dem Erstrating von 2018 vollständig gewährleistet.

Der Umfang des Marktes hat sich drastisch verändert: Statt 34 Tarifen von 28 Gesellschaften im Jahr 2018 fließen nun 201 Tarife von 27 Versicherern in die Analyse ein. Der Markt ist reifer, breiter und – in der Spitze – deutlich besser geworden.

Ratingergebnisse Cyber-Versicherung Gewerbe 2026: Notenspiegel

An der Spitze stehen drei Tarife mit der Höchstnote FFF+ (hervorragend) – im Erstrating 2018 hatte kein einziges Produkt diese Klasse erreicht. 34,9 % der Tarife erreichen jedoch maximal ein FF (befriedigend).

Die erstmalige Vergabe der Höchstnote FFF+ geht auf ein Angebot aus dem Provinzial-Konzern zurück, das von der Provinzial AG sowie der Provinzial Nord Brandkasse AG angeboten wird. Dass ausgerechnet ein öffentlicher Versicherer an die Spitze des Cyber-Ratings für gewerbliche Kunden vorrückt, ist ein Signal: Öffentlich-rechtliche Versicherer engagieren sich zunehmend und mit Nachdruck für die Deckung von Cyber-Risiken im Firmenkundengeschäft.

Defizite schwächerer Tarife im Cyber-Rating 2026

Trotz des insgesamt positiven Trends weisen viele Tarife nach wie vor strukturelle Schwächen auf, die für Vermittler und Versicherungsnehmer erhebliche Konsequenzen haben können:

  • Betriebsunterbrechung: Fehlende oder zu eng gefasste Deckung von Ertragsausfällen – insbesondere bei Cloud-bedingten Ausfällen
  • Drittschäden: Lücken bei immateriellen Schäden, also Schäden, die keine direkten Vermögensschäden sind
  • Technische Störungen: Unzureichende Abgrenzung zum Eigenschaden
  • Sachschäden an versicherten IT-Systemen: Unklare oder zu enge Definitionen
  • Obliegenheiten: Unverhältnismäßig strenge Anforderungen, die im Schadenfall zur Leistungsfreiheit führen können
  • Anzeigepflicht bei Gefahrerhöhung: Intransparente Regelungen zulasten der Versicherten.

Besonders kritisch: Wer einen schwachen Tarif wählt, bemerkt dies oft erst im Schadenfall – wenn Deckungslücken sichtbar werden, auf die weder Vermittler noch Kunde hingewiesen wurde.

Methodik des Cyber-Ratings Gewerbe 2026

Das Cyber-Rating von Franke und Bornberg beruht ausschließlich auf selbst recherchierten Daten. Als Grundlage dienen rechtsverbindliche Unterlagen, wie: Versicherungsbedingungen, Verbraucherinformationen, Antragsformulare und Versicherungsscheine. Werbliche Aussagen, Selbstauskünfte und Leistungsversprechen außerhalb der Vertragsdokumente bleiben unberücksichtigt.

Für das aktuelle Rating wurden 201 Tarife von 27 Gesellschaften analysiert. Die Bewertung orientiert sich am Bedarf eines mittelständischen Unternehmens mit bis zu 250 Mitarbeitern und Wirkungsschwerpunkt in Europa. Die Ratingsystematik mit sieben Klassen (von FFF+ hervorragend bis F- ungenügend) sowie die Mindeststandards für die höheren Klassen wurden gegenüber dem Erstrating unverändert beibehalten.

Bewertet werden 27 Kriteriengruppen, darunter: versicherte Gefahren (Informationssicherheitsverletzung), Betriebsunterbrechung inkl. Cloud-Szenarien, Drittschäden, Krisenmanagement, Obliegenheiten, Wiederherstellung von IT-Systemen sowie Vertrauensschäden und Erpressung. Besonders hoch gewichtet sind Kriterien mit erheblichem Einfluss auf den Leistungsanspruch im Schadenfall.

Einordnung: Wie das Rating den Markt verändert hat

Im Erstrating 2018 erreichte kein Tarif die Note FFF+ – die meisten Produkte lagen im Mittelfeld zwischen FF (befriedigend) und F+ (ausreichend). Die Analyse offenbarte damals babylonische Begriffsverwirrung, unklare Cloud-Deckungen und weitreichende Deckungslücken bei Drittschäden. Heute zeigt das Marktbild eine deutliche Verschiebung nach oben. Die Formulierungspräzision hat zugenommen, Kernbereiche wie Rückwärtsdeckung und Betriebsunterbrechung sind heute deutlich häufiger geregelt als noch vor acht Jahren.

Gute Cyber-Produkte müssen heute unter anderem Folgendes leisten: Deckung von Ertragsausfällen bei Betriebsunterbrechung, Schutz bei immateriellen Drittschäden, keine Subsidiarität der Cyber-Deckung gegenüber anderen Versicherungen, Rückwärtsdeckung ohne Wissenszurechnung sowie eine zeitliche Befristung der IT-Wiederherstellung von nicht weniger als zwölf Monaten nach Schadeneintritt.

Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH, hebt die Bedeutung von qualifizierter Analyse hervor: „Unser Cyber-Rating hat von Beginn an eine klare Botschaft gehabt: Transparenz schützt. Wer Schwächen benennt, gibt dem Markt die Chance, sie zu beseitigen. Dass heute erstmals ein Tarif die Höchstnote FFF+ erreicht, ist kein Zufall – es ist das Ergebnis eines langen Wettbewerbs um Qualität, den das Rating ausgelöst hat. Doch wir sehen auch: Die Unterschiede zwischen den Tarifen bleiben erheblich. Wer den falschen Tarif wählt, zahlt im Schadenfall einen hohen Preis.“

Fazit und Ausblick: Was Vermittler jetzt wissen müssen

Das aktualisierte Cyber-Rating von Franke und Bornberg liefert Vermittlern und ihren gewerblichen Kunden wieder eine verlässliche, aktuelle Marktübersicht. Acht Jahre Marktentwicklung, 201 Tarife und eine klar gestiegene Produktqualität – Christian Monke, Leiter Ratings Gewerbliche Risiken bei Franke und Bornberg zieht Bilanz. „Cyber ist heute keine Nische mehr – es ist eine der wichtigsten Gewerbeversicherungen überhaupt. Dass ausgerechnet ein öffentlicher Versicherer die Spitzenposition hält, zeigt: Es braucht keine angloamerikanische Prägung, um ein hervorragendes Cyber-Produkt zu entwickeln. Entscheidend ist der Wille, Deckungslücken konsequent zu schließen – und das lässt sich messen.“

Für Vermittler bleibt die Botschaft dieselbe wie 2018: Cyber verlangt Tiefe. Wer das Geschäftsmodell des Kunden nicht versteht, findet nicht die richtige Deckung. Das Cyber-Rating von Franke und Bornberg unterstützt den Beratungsprozess und gibt Sicherheit – auf Basis rechtsverbindlicher Angaben.

Das vollständige Rating auf Tarifebene sowie die Bewertungsrichtlinien veröffentlicht Franke und Bornberg unter diesem Link. Die aktuelle Ratingübersicht liefert stets eine Zeitpunktbetrachtung; neu hinzukommende Tarife und Änderungen werden laufend aktualisiert.

Fakten zum Cyber-Rating Gewerbe 2026

Rating

Cyber-Versicherung Gewerbe 2026

Analysierte Tarife

201

Analysierte Versicherer

27

Bewertungskriterien

27 Kriteriengruppen, über 100 Detailkriterien

Maximale Punktzahl

16.800 Punkte

Topnote (FFF+ hervorragend)

3 Tarife (1,5 %)

Bestnote erstmals erreicht von

Provinzial AG / Provinzial Nord Brandkasse AG

Veröffentlichungsdatum

12. Mai 2026

Quelle

Franke und Bornberg GmbH, Hannover, Mai 2026

 

Pressekontakt

Katrin Bornberg                    
Telefon +49 (0) 511 367 389 0 
presseatfranke-bornberg [dood] de 

Franke und Bornberg GmbH
Prinzenstraße 16
30159 Hannover

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