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Neue klassische Rentenversicherung – der Heilsbringer in Zeiten von Niedrigzins?

Kann die klassische Rentenversicherung in der aktuellen Niedrigzins-Phase eine intelligente Alternative zu Fondspolicen, Indexpolicen und Klassikpolicen sein? Und welches ist überhaupt das richtige Produkt für die Altersvorsorge? Wo liegen die Vorteile der Neuen/Modernen klassischen Rentenversicherung im Vergleich zu herkömmlichen Klassik-, Fonds- oder Indexpolicen?

Neue klassische Rentenversicherung – ein richtiges oder gar das richtige Produkt für die Altersvorsorge?

Das eine richtige Produktkonzept für die Altersvorsorge gibt es nicht, denn die Ausgestaltung der Produkte ist ebenso unterschiedlich wie die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden. Zudem läuft eine Rentenversicherung normalerweise über einen langen Zeitraum. Die Entwicklung des Kapitalmarktes und damit der Rendite einer Rentenversicherung ist jedoch schwer für die nächsten Jahrzehnte vorherzusehen. Gerade deshalb ist es wichtig, die Stärken und Schwächen der verschiedenen Produktkonzepte am Markt zu kennen. Vergleicht man die Neue Klassik mit Fondspolicen und Indexpolicen, ergibt sich eine klare Risikoklassifizierung. Die Fondspolice ist eindeutig die am wenigsten vorhersehbare Variante. Die Anlage der Kundengelder erfolgt in ausgewählten oder vom Versicherer gemanagten Fonds. Bei reinen Fondspolicen gibt es keine Garantie auf eine Mindestauszahlung, aber dafür die Chance auf hohe Renditen, wenn alles gut läuft. Bei einer schlechten Performance der Fonds drohen jedoch Verluste. Hohe Verluste sind bei der Neuen Klassik und der Indexpolice ausgeschlossen, da sie viel weniger Anlagerisiko mit sich bringen.

Neue Klassik und Indexpolice – Schwestern, Cousinen oder nur fern verwandt?

Beide Policen investieren die Beiträge ins Sicherungsvermögen des Versicherers und garantieren die Beitragssumme, bzw. einen festgelegten Anteil der Beitragssumme zum Rentenbeginn. Die Unterschiede finden sich bei der Verwendung der Überschüsse. Während die Überschüsse bei einer Indexpolice in Optionen am Finanzmarkt investiert werden, erfolgt bei der Neuen klassischen Rentenversicherung eine Gutschrift im Sicherungsvermögen. Es kann durchaus sein, dass durch einen schwachen Indexverlauf bei der Indexpolice in einem Jahr mal keine Erhöhung des Vertragsguthabens entsteht. Die Neue Klassik punktet in diesem Fall gegenüber der Indexvariante mit der Sicherheit der Anlage und der hohen Wahrscheinlichkeit auf Überschüsse, hat dafür aber wenig Fantasie auf eine hohe Performance zu bieten.

Neue Klassik und Alte Klassik – Hat sich die Verjüngungskur gelohnt?

Im Grunde basiert die moderne Klassik-Police auf demselben Modell wie ein klassischer Rentenversicherungsvertrag. Allerdings kommt sie mit abgespeckten Garantien daher, für die im Regelfall ein Ausgleich über einen höheren Zinsüberschussanteil gewährt wird.
Bei der Neuen klassischen Rentenversicherung wird in der Regel die Beitragssumme garantiert. Wer heute eine Klassik-Rentenversicherung nach „altem“ Muster abschließt, erhält bestenfalls eine geringfügig höhere Garantie. Zudem ist im aktuellen Kapitalmarktumfeld die Fantasie für eine gegenüber der Garantie höhere Ablaufleistung bei Klassikprodukten stark begrenzt. Demgegenüber bietet die Neue Klassik die Möglichkeit, auf dieses „mehr“ an Garantie zu verzichten und den Versicherer von einem Teil seiner Garantieverpflichtungen zu entbinden. So entstehen für den Versicherer Spielräume in der Kapitalanlage. Gelder, die sonst an Garantien geknüpft wären, können damit aussichtsreicher angelegt werden. Der Erfolg der Neuen Klassik hängt daher weitgehend von der Professionalität des Kapitalanlagenmanagements ab.

Neue klassische Rentenversicherung – Chancen in der Niedrigzins-Phase

Die Neue klassische Rentenversicherung wurde entwickelt, gerade weil die Zinsüberschüsse immer geringer werden. Die Versicherer haben daher neue Möglichkeiten gesucht, in der Niedrigzins-Phase Garantien mit mehr Spielräumen in der Kapitalanlage zu verbinden. Mit der Neuen Klassik können sich die Versicherer ein Stück weit aus dem Garantiekorsett lösen und damit auch von einem garantierten Zins. In das Anlagekapital der Anbieter fließen durch die Neue Klassik mehr garantieungebundene Sparbeiträge, die renditeorientierter angelegt werden können. Ein professionelles Anlagemanagement unterstellt, sind damit höhere Überschussanteile für die Versicherten möglich.

Neue Klassik – die Unterschiede

Augen auf, denn ganz einheitlich sind die Neuen klassischen Rentenversicherungen nicht. Es gibt zum einen Unterschiede bei den angebotenen Garantien zum Rentenbeginn. Einige Anbieter setzen auf die volle Beitragssummengarantie, während es auch Varianten mit niedrigeren Garantien gibt. Sonst unterscheiden sich die Produkte der Neuen klassischen Rentenversicherung eher im Detail voneinander. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Überschussdeklaration der Anbieter. Für Neue Klassik – Produkte deklarieren die Anbieter in der Regel Überschussanteilsätze, die im Vergleich zu den eigenen klassischen Produkten etwas höher liegen. Zu beachten ist auch die Flexibilität des Produktes. Vergleiche lohnen sich beispielsweise bei Regelungen zu Zahlungsschwierigkeiten, beispielsweise Teilauszahlungen, Beitragsfreistellungen, Zuzahlungen, etc. Differenzen zwischen den Produkten kann ein qualifizierter Vermittler mit Hilfe von Vergleichssoftware wie fb-xpert ermitteln.

Finanzstärke und aktuelle Überschussdeklaration des Anbieters wichtig

Bei der Auswahl des Anbieters sollte man besonders auf die Finanzstärke und die aktuelle Überschussdeklaration des Versicherers achten. Wichtig ist auch, dass der Versicherer ein professionelles Kapitalanlagemanagement vorweisen kann, damit auch in Zukunft genügend Überschüsse generiert werden können. Bei der seit Jahren währenden Niedrigzins-Phase, sollte der passende Anbieter inzwischen auch in alternativen Anlagen investiert sein. Interessant ist zudem ein Blick auf den Tarifbestand des Anbieters. Bei hoher Anzahl älterer Tarifgenerationen mit Garantiezinsen von bis zu 4% im Bestand kann man ableiten, dass viel Kapital für die Garantien gebunden werden muss. Es ist also letztendlich weniger Kapital für chancenreichere Anlagen frei.

Neue klassische Rentenversicherung - Fazit

Auch wenn es vielleicht banal klingt, allein schon die Nähe zur Klassik und die damit verbundene Einfachheit des Produktes können aus Kundensicht interessant sein. Ein weiteres Plus liegt in dem Ansatz, sich vom Garantiezins loszulösen ohne auf Mindestgarantien zu verzichten. Es kommt hinzu, dass ein mit hohen Garantie belasteter Versicherer auf Dauer Probleme bekommt, diese Garantien auch einzulösen. Das ist kein positiver Ausblick. Durch die Neue klassische Rentenversicherung wird dem Versicherer ermöglicht, das Kapital auf andere Weise anzulegen und damit gewinnbringender zu arbeiten. Als Kunde erhält man eine Beitragssummengarantie und eine Aussicht auf höhere Überschüsse als bei der Klassik. Natürlich sind die Fantasien auf hohe Rendite insgesamt durch das Anlagekonzept begrenzt. Doch für risikoaverse Kunden kann die Neue klassische Rentenversicherung eine echte Alternative zur Klassik oder zur Indexpolice sein.  

 

Christian Monke

Christian Monke
Bereichsleiter Analyse
Franke und Bornberg GmbH

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