Blog Kategorien

Neu

Schlagworte

Glossar zur Nachhaltigkeit – Die wichtigsten Begriffe für die Finanz- und Versicherungsbranche

CSR, TVO, ESG – wenn es bei Versicherungen und Finanzanlagen um Nachhaltigkeit geht, prasseln zahlreiche unbekannte Begriffe auf Vermittlerinnen und Vermittler ein. Die wenigsten davon sind selbsterklärend. Und viele sogar nur Abkürzungen einer englischen Bezeichnung. Das liegt nahe, denn die entscheidenden Regeln zum Umgang der Versicherungs- und Finanzbranche mit dem Thema Nachhaltigkeit hat die Europäische Union beschlossen.

Auch das Team Nachhaltigkeit von Franke und Bornberg musste sich viele Begriffe rund um nachhaltige Versicherungen und Kapitalanlagen erst mühsam erschließen. Jetzt haben wir einen ersten Überblick, den wir gern mit Ihnen teilen. Er ist weder vollständig noch abschließend. Wir freuen uns auf Ihre Wünsche, Anregungen und Kritik zum Glossar Nachhaltigkeit von Franke und Bornberg.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Themenseite zu ESG und Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit von A bis Z: Die wichtigsten Begriffe für Versicherungs- und Finanzberater

Best in Class

Anlagestrategie, bei der Unternehmen oder Staaten ausgewählt werden, die besser abschneiden als ihre Vergleichsgruppe (beispielsweise bei ESG-Kriterien, Wertentwicklung oder anderen eindeutig definierten Kriterien)

CO2-Fußabdruck

Der CO2-Fußabdruck stellt eine Bilanz aller Treibhausgase dar, die beispielsweise ein Unternehmen verursacht. Es werden direkte und indirekte Emissionen (s. Scopes) des Unternehmens unterschieden. Dabei werden die Emissionen in CO2-Äquivalenten angegeben. Diese Einheit vereinheitlicht die unterschiedlichen Treibhausgase (s. dort) gemäß ihrer Klimawirkung.

Corporate Governance

Ordnungsrahmen, der Regeln für Leitung und Überwachung eines Unternehmens zum Wohle aller relevanten Anspruchsgruppen vorsieht

CSR

Corporate Social Responsibility/ Gesellschaftliche Unternehmensverantwortung
Verantwortung von Unternehmen für die Auswirkungen ihres Handelns auf die Gesellschaft. Dies umfasst soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte. Manche Unternehmen setzen die Begriffe CSR und Nachhaltigkeit weitgehend gleich.

CSR-Bericht

auch Nachhaltigkeitsbericht oder nichtfinanzielle Erklärung genannt

Darstellung der Tätigkeiten und Leistungen von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit. CSR-Berichtspflichten bestehen seit 2017 für große börsennotierte Unternehmen. Mit der CSRD (s. dort) werden die Berichtspflichten ab 2024 erweitert.

CSRD

Corporate Sustainability Reporting Directive/ Regeln für die nicht-finanzielle Berichterstattung; Entwurf veröffentlicht im April 2021

Die CSRD dehnt bestehende Regeln für die nicht-finanzielle Berichterstattung erheblich aus. Danach werden alle an einem EU-regulierten Markt notierten Unternehmen (mit Ausnahme von Kleinstunternehmen) von der neuen Berichtspflicht erfasst. Zudem sind alle nicht kapitalmarkt-orientierten Betriebe von der CSRD erfasst, wenn sie zwei der drei folgenden Kriterien erfüllen:

  • Bilanzsumme > 20 Mio. Euro
  • Nettoumsatzerlöse > 40 Mio. Euro
  • Zahl der Beschäftigten > 250

Schätzungen zufolge sind allein in Deutschland 15.000 Unternehmen von diesen Berichtspflichten betroffen. Der Bericht soll Angaben zu den sechs Umweltzielen gemäß EU-Taxonomie sowie zu sozialen und Governance Aspekten enthalten. Der Bericht nach CSR wird Bestandteil des Lageberichtes innerhalb des Geschäftsberichtes. Dieser muss spätestens vier Monate nach Ende des Geschäftsjahres veröffentlicht werden.

Die CSR-Richtlinie soll erstmals ab 2024 (für das Geschäftsjahr 2023) angewendet werden.

DNK

Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Der DNK unterstützt Unternehmen beim Aufbau einer Nachhaltigkeitsstrategie und bietet einen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Anwender erstellen in der öffentlich zugänglichen Datenbank eine Erklärung zu zwanzig DNK-Kriterien und weiteren Leistungsindikatoren. Regelmäßige Berichte nach DNK machen die Entwicklung im Zeitverlauf sichtbar. Der DNK ist kostenlos und eine Teilnahme freiwillig.

EET

European ESG Template/ Europäische ESG-Vorlage

Das EET wird/wurde von der europäischen Arbeitsgruppe FinDatEx entwickelt. Es liefert eine Struktur, anhand derer Produktgeber (Investmentgesellschaften, Versicherer) die einzelnen Aspekte nachhaltigkeitsbezogener Eigenschaften eines Produktes ausweisen können. Damit bietet das EET wichtige Informationen. Seine Daten werden auch in Vergleichs- und Beratungsprogramme einfließen.

ESG

Environmental, Social & Governance/ Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung

Aspekte nachhaltigen Handelns und Wirtschaftens, die auf den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen basieren. Das „E“ wie „Environmental“ steht für umwelt- und klimaschonende Maßnahmen, etwa einen geringen Ressourcenverbrauch oder weniger CO2-Emissionen. „S“ wie „Social“ bezeichnet Maßnahmen auf sozialer Ebene, beispielsweise bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für einzelne Menschen oder Personengruppen. Und das „G“ für „Governance“ steht für eine gute Unternehmensführung, die verbindlich geregelt ist und intern wie extern kontrolliert wird. Diese bewirkt, dass Unternehmen langfristig – auch in Krisenzeiten – deutlich stabiler und krisenfest sind.

Mithilfe der ESG-Kriterien werden beispielsweise nachhaltige Investmentportfolios zusammengestellt. Unternehmen oder Wirtschaftszweige, die ESG-Kriterien zuwiderhandeln, werden ausgeschlossen. Auf lange Sicht sollen anhand von ESG-Kriterien Kapitalströme in nachhaltige Investments umgelenkt werden. Typische Ausschlusskriterien sind Kohleindustrie, kontroverse Waffen, Menschenrechtsverletzungen, Glücksspiel, Tabak, Alkohol und Umweltzerstörung. ESG-Kriterien kommen zunehmend auch beim Kapitalaufbau für Altersvorsorgeverträge zum Tragen. Das betrifft insbesondere Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen, aber auch Verträge mit klassischem Sicherungskapital oder Mischformen.

ESG-Index

Wertmaßstab, der die Wertentwicklung eines Korbs von Anleihen und Aktien abbildet, die sich an ESG-Kriterien orientieren (zum Beispiel Investitionen in umweltfreundliche regenerative Energien, Ausschluss kontroverser Branchen etc.). ESG-Indizes gibt es mittlerweile für die meisten nationalen wie internationalen Aktienindizes (zum Beispiel Dax, MSCI World, Standard & Poor’s), aber auch für Anleiheindizes.

FNG

Forum Nachhaltige Geldanlagen

Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum (D, AT, CH). Mitglieder sind Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Ratingagenturen, Finanzberater:innen, wissenschaftliche Institutionen, Versicherungen, NGOs und Privatpersonen. Das FNG verleiht ein Transparenzlogo für nachhaltige Fonds, gibt FNG-Nachhaltigkeitsprofile heraus und hat das FNG-Siegel für nachhaltige Investmentfonds entwickelt.

Greenwashing

Irreführende Aussagen über den ökologischen Nutzen eines Produkts, einer Dienstleistung oder einer Organisation. Greenwashing lässt Unternehmen oder ihre Produkte (auch Versicherungen) umweltfreundlicher aussehen, als sie tatsächlich sind. Mittlerweile wird der Begriff Greenwashing auch für schönfärberische Angaben in den Bereichen Soziales und Unternehmensführung (S, G) verwendet.

GRI

Global Reporting Initiative/ Globale Berichtsinitiative

Die Global Reporting Initiative entwickelt Richtlinien für Nachhaltigkeitsberichte. Der erste Entwurf ist schon vor mehr als 20 Jahren entstanden. 2016 hat GRI die ersten Global Sustainability Reporting Standards herausgebracht. GRI-Standards haben zum Ziel, bessere Vergleichbarkeit und Transparenz zu CSR Aktivitäten von Unternehmen zu schaffen. Die Teilnahme ist freiwillig.

IBIP

Insurance-based Investment Product/ Versicherungsanlageprodukt

Produkt, das „einen Fälligkeitswert oder einen Rückkaufswert bietet, der vollständig oder teilweise direkt oder indirekt Marktschwankungen ausgesetzt ist.“ Zu den IBIPs gehören Fonds- oder Investmentpolicen, indexgebundene Lebensversicherungen und Hybridprodukte, aber auch klassische Lebens- und Rentenversicherungen.

IBIPs zählen zu den Anlageprodukten, fallen also unter die SFDR (Transparenzverordnung, s. dort)

IDD

Insurance Distribution Directive/ EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie

Die IDD ist EU-weit 2016 in Kraft getreten. Sie wurde als Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) am 20.12.2018 in Deutschland umgesetzt. Wichtigstes Ziel ist die Stärkung von Verbraucherrechten. Seit Einführung müssen sich im Versicherungsvertrieb Tätige jährlich mindestens 15 Stunden weiterbilden. Versicherungsunternehmen sollen schon bei der Entwicklung neuer Produkte die Bedürfnisse von Kunden prüfen und einfließen lassen.

Zum 2. August 2022 werden weitere Änderungen zur IDD wirksam (ebenso zur MiFID II, s. dort). Dann müssen Nachhaltigkeitspräferenzen des Kunden im Beratungsprozess zu Finanzanlageprodukten abgefragt und einbezogen werden.

Impact Investing

Anlagestrategie, die neben Rendite positive Wirkungen auf die Umwelt und/oder die Gesellschaft anstrebt

MiFID II

Markets in Financial Instruments Directive/ Europäische Finanzmarktrichtlinie

MiFID II soll Funktionen und Transparenz der Finanzmärkte verbessern und Verbraucher in der EU besser schützen. Dazu gehört die Pflicht, Kenntnisse und Erfahrungen der Kunden, ihre Finanzsituation und Risikotragfähigkeit, ihre Risikotoleranz, Anlageziele und Bedürfnisse zu ermitteln, bevor ein Anlageprodukt empfohlen wird. Ab 2. August 2022 kommt die Pflicht hinzu, Kunden nach ihren Wünschen zur Nachhaltigkeit zu befragen.

Nachhaltigkeit

Handlungsprinzip, das auf Ressourcenschonung und Bewahrung der Regenerationsfähigkeit setzt. Im Finanzbereich und bei Versicherungen hat sich das Kürzel ESG (s. dort) für Nachhaltigkeit etabliert.

Nachhaltigkeitsrisiko

Ereignis oder Bedingung aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, dessen Eintreten den Wert einer Investition bzw. Anlage verringern könnte. Mögliche Beispiele sind Extremwetter, umweltschädigende Produktion, Verstoß gegen die Rechte von Beschäftigten oder Korruption sowie daraus folgende Reputationsschäden.

Net-Zero Asset Owner Alliance

Die Net-Zero Asset Owner Alliance wurde von den Vereinten Nationen gegründet und ist eine Mitglieder-geführte Initiative von Investoren. Die Mitglieder verpflichten sich, ihre Anlageportfolios bis 2050 auf Netto-Null-Treibhausgasemissionen umzustellen, um einen maximalen Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius zu erreichen.

Mittlerweile hat die Net-Zero Asset Owner Alliance 74 Mitglieder.

PAI

Principal Adverse Impact/ Wesentliche negative Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren

Die SFDR (s. dort) verpflichtet Finanzmarktteilnehmer
und Finanzberater, u. a. die wichtigsten/ wesentlichen negativen Auswirkungen eines Finanzmarktteilnehmers oder einer Anlage auf Nachhaltigkeitsfaktoren offenzulegen. Das sind beispielsweise

  • Beschleunigung des Klimawandels oder Verlust von Naturkapital
  • Verstoß gegen Menschenrechte
  • Zwangs-, Pflicht- oder Kinderarbeit sowie Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf
  • Beteiligung an oder Erleichterung von Korruption

Berichtspflichten werden künftig in den RTS (s. dort) geregelt.

Pariser
Übereinkommen

Vereinbarung zur Bekämpfung des Klimawandels bei der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris

Danach soll die Erderwärmung von Beginn der Industrialisierung deutlich unter 2 Grad Celsius gehalten und der Temperaturanstieg durch weitere Maßnahmen auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden. Ab 2050 soll Klimaneutralität erreicht sein. Die Vereinbarung wird auch „Pariser Klimaabkommen“ genannt. Fast 190 Vertragsparteien haben die Erklärung mittlerweile unterzeichnet.

Das Pariser Übereinkommen bildet die Basis für das Ziel der Europäischen Union, erster klimaneutraler Kontinent zu werden. Dafür sollen die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % gegenüber 1990 gesenkt werden („Europäischer Green Deal“).

PRI

Principles for Responsible Investment/ Prinzipien für verantwortliches Investieren

PRI ist eine Investoreninitiative in Partnerschaft mit den Vereinten Nationen und wurde 2006 gegründet. Sie formuliert Grundsätze für verantwortliches Investieren mit dem Ziel, Auswirkungen von Investitionen auf ESG-Kriterien transparent zu machen. Teilnehmende Unternehmen verpflichten sich auf sechs Prinzipien für verantwortungsvolle Investments. Dazu gehört, ESG-Themen in Investmentanalyse und Entscheidungsfindung einzubeziehen und aktiv bei den Unternehmen einzufordern, in die investiert wird. Akzeptanz und Umsetzung der Grundsätze sollen vorangetrieben sowie durch Kooperation, Austausch und Transparenz gefördert werden.

Weltweit haben sich mittlerweile mehr als 3.000 Unterzeichner mit einem verwalteten Vermögen von über 100 Billionen Dollar angeschlossen, darunter auch zahlreiche Versicherungsunternehmen.

PSI

Principles for Sustainable Insurance/ Prinzipien für nachhaltige Versicherungen

PSI ist eine Initiative der Vereinten Nationen, welche 2012 gegründet wurde. Die Initiative dient als Rahmenwerk für die Berücksichtigung von ESG-Themen in der Versicherungsbranche. Dafür wurden vier Prinzipien verfasst, die insbesondere die ESG-Risiken adressieren. Dies beinhaltet, ESG-Themen in Entscheidungsfindungen einzubeziehen, das Bewusstsein für diese Themen zu schärfen, sowie Risiken zu managen und Lösungen zu entwickeln.

Die Initiative hat mittlerweile weltweit 132 Unterzeichner und 96 unterstützende Institutionen mit einem Gesamtvermögen von 15 Billionen US-Dollar.

RTS

Regulatory Technical Standards/ Technische Regulierungsstandards

RTS präzisieren Rechtsakte auf EU-Ebene. Sie sind mit einer Umsetzungsverordnung deutschen Rechts vergleichbar. Beispielsweise präzisieren sie die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR). In den RTS zur SFDR wird künftig konkret beschrieben, wie mit den PAI umzugehen ist. Die RTS sollen noch 2022 verabschiedet werden.

Scopes

Eine Einteilung der direkten und indirekten Emissionen eines Unternehmens in 3 Scopes. Scope 1 beinhaltet alle direkten Emissionen, die ein Unternehmen verursacht. Beispielsweise der Fuhrpark des Unternehmens oder eigens erzeugte Wärme. Scope 2 beinhaltet alle indirekten Emissionen durch eingekaufte Energie. Beispielsweise Strom und Wärme. Scope 3 beinhaltet alle indirekten Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Lieferkette. Zum Beispiel der Berufsverkehr der Beschäftigten oder eingekaufte Waren wie Papier.

Screening

Anlagestrategie, die Unternehmen oder Branchen anhand klar definierter Kriterien ausschließt oder bevorzugt (z. B. Umweltverhalten, Diversität, kontroverse Produkte und Geschäftsfelder)

SDG

Sustainable Development Goals/ Ziele für nachhaltige Entwicklung

17 Ziele der Vereinten Nationen, die in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung festgehalten sind. Sie sollen weltweit eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene vorantreiben.

 

SFDR

Sustainable Finance Disclosure Regulation/ Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (EU), auch Transparenzverordnung (TVO) oder Offenlegungsverordnung genannt.

Die SFDR verpflichtet Finanzmarktteilnehmer (Versicherer, Wertpapierunternehmen und Kreditinstitute) sowie Finanzberater, offenzulegen, wie sie mit einzelnen Aspekten von Nachhaltigkeit umgehen. Das sind u. a.

  • Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren bei Investitionen
  • Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken
  • Nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsaspekte (PAI, s. dort)
  • ESG-Merkmale von Produkten und deren Referenzwerte

Anleger:innen soll es dank mehr Transparenz leichter fallen, Anlageprodukte nach ihren Auswirkungen auf ESG-Kriterien zu beurteilen und informierte Investitionen zu tätigen. Die SFDR vom 27. November 2019 ist am 10. März 2021 EU-weit in Kraft getreten.

SFDR – Artikel 8
- &
Artikel 9-Produkte

Die SFDR unterscheidet zwischen Finanzprodukten, die ökologische und/oder soziale Merkmale bewerben (Artikel 8 Produkt), und Finanzprodukten, mit denen positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft angestrebt werden (Artikel 9 Produkt). Ein Artikel 9 Produkt darf ausschließlich „nachhaltige Investitionen“ tätigen.

Die Bedingungen bzw. Merkmale der Produkte (Artikel 8 wie 9) müssen messbar und nachvollziehbar sowie langfristig ausgelegt sein. Wird ein Produkt falsch gekennzeichnet, kann evtl. Greenwashing vorliegen (s. dort).

SRI

Sustainable Responsible Investment/ Nachhaltig verantwortliches Investment

Sammelbegriff für Investments, die neben finanziellen Kriterien auch ESG-Kriterien berücksichtigen

Taxonomie

Taxonomie bezeichnet ein einheitliches Klassifizierungssystem für Objekte und Aktivitäten.

Die EU-Taxonomie ist Bestandteil des „Aktionsplans zur Finanzierung von nachhaltigem Wachstum“. Mit der Taxonomie soll erstmals ein einheitliches Verständnis der Nachhaltigkeit von wirtschaftlichen Tätigkeiten entstehen. Mitte 2022 enthält die EU-Taxonomie Vorgaben für zwei Umweltziele (Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel). Für die übrigen vier Ziele (nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Verschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität) sind Vorgaben in Arbeit. Im Anschluss daran sollen Inhalte für soziale Belange definiert werden. Die EU-Taxonomie will Investitionen in nachhaltige Wirtschaftsbereiche lenken.

Taxonomie-Konformität

Taxonomiekonform sind Unternehmen und Investitionen, die einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem Umweltziel leisten, anderen Umweltzielen keinen Schaden zufügen sowie bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Zu den Mindestanforderungen gelten unter anderem Einhaltung der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, Prinzipien der Vereinten Nationen (PRI, s. dort) sowie internationale Arbeitsrechtsnormen.

Transparenzverordnung (TVO)

deutsche Bezeichnung für die SFDR (s.dort)

Treibhausgas

Als Treibhausgase werden diejenigen Gase bezeichnet, welche den Treibhauseffekt und somit den Klimawandel begünstigen. Laut dem Kyoto-Protokoll gibt es sechs Treibhausgase. Den mit Abstand größten Anteil hat Kohlendioxid (CO2), danach folgen Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Den kleinsten Anteil haben die sogenannten F-Gase, wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW), und Schwefelhexafluorid (SF6).1

1 https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energie…

Treibhausgasreduktion

Unter der Treibhausgasreduktion fallen Projekte zur Kompensation des CO2-Fußabdrucks (s. dort). Mit gezielten Projekten können nicht oder nur schwer vermeidbare Treibhausgasemissionen kompensiert werden und somit die vollständige Klimaneutralität erreicht werden. 

Mögliche Projekte sind beispielsweise das RIMBA RAYA-Projekt oder REDD+, welche die Aufforstung von Wäldern zur Kompensation nutzen. Neben der Aufforstung sind weitere Möglichkeiten Projekte zu Erneuerbaren Energien oder Energieeffizienz.

UN Global Compact

weltweit größte und wichtigste Initiative für nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmensführung

UN Global Compact formuliert zehn universelle Prinzipien, die Menschenrechte, Arbeitsnormen, Korruptionsprävention sowie Umweltschutz zum Ziel haben.

Das Deutsche Global Compact Netzwerk (DGCN) unterstützt Unternehmen dabei, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern und zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDG, s. dort) beizutragen. Allein in Deutschland haben sich mehr als 800 Teilnehmende aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik angeschlossen.

 

Team Nachhaltigkeit

Team Nachhaltigkeit
Franke und Bornberg
Schlagworte:

Kommentare

Neuen Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.