Update Krankenzusatzversicherungen – Orientierung im unübersichtlichen Markt
Franke und Bornberg aktualisiert das Rating zur Krankenzusatzversicherung. Das Angebot ist groß, die Unterschiede zwischen den Tarifen aber erheblich. Umso wichtiger ist ein genauer Blick auf die Leistungen. Nur ein Versicherer erreicht 2026 in allen fünf Bereichen die Bestnote FFF+.
Hannover, 26.02.2026. Mehr als 24 Millionen Versicherte zeigen: Das Interesse an umfassendem Gesundheitsschutz ist größer, als die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) abdecken kann und darf. Innerhalb von zehn Jahren stiegen die Beitragseinnahmen der privaten Krankenzusatzversicherung um rund 40 Prozent auf fast 7,4 Mrd. Euro.
„PKV-Zusatzversicherungen verschaffen Versicherten spürbar bessere Leistungen", sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Gesetzlich Versicherte fühlten sich mit Zusatzschutz einfach besser aufgehoben – ein bezahlbares Upgrade in die Business Class, so Franke.
Fünf PKV-Zusatz-Ratings statt eines Pauschalurteils
Nicht jede KV-Zusatzversicherung erfüllt die Erwartungen. Das Rating von Franke und Bornberg macht Unterschiede sichtbar. Es unterscheidet die Bereiche Zahn, Stationär, Sehhilfen, Naturheilverfahren und Vorsorge. Für jedes Teilrating gelten eigene Leistungskriterien. Die meisten Anbieter decken alle Bereiche ab. Manche Versicherer bieten auch eigenständige Tarife oder Bausteine an. Das modulare Rating hilft Verbrauchern und Vermittlern, sich gezielt über Teilqualitäten zu informieren und bei Bedarf leistungsstarke Tarifbausteine zu kombinieren.
SDK erreicht Bestnote in allen Kategorien
Wie in den Vorjahren erreicht die SDK als einziger Versicherer in allen fünf Produktbereichen mindestens einmal die Bestnote „hervorragend" (FFF+). Mit jeweils vier Top-Wertungen folgen Barmenia, DKV und Münchener Verein. Insgesamt sieben Versicherer erreichen drei Top-Bewertungen.
PKV-Zusatz Zahn: 265 Tarife – passender Schutz für jedes Budget
Über 20 Millionen Versicherte sichern sich Schutz für Zahnersatz und -behandlungen. Das macht die Zahnzusatzversicherung zum deutlich größten Segment der PKV-Zusatzversicherung.
Gegenüber dem letzten Rating gibt es drei weitere Tarife in der Spitzengruppe. Von mittlerweile 265 Zahntarifen erreichen 17 Prozent die Höchstnote FFF+ „hervorragend". Die große Mehrheit der Tarife bewegt sich im soliden Mittelfeld. Denn nicht jeder Verbraucher braucht einen Spitzentarif – und nicht jeder möchte sich einen leisten. Das breit gestaffelte Angebot ist daher eine gute Basis, den passenden Schutz für jeden Geldbeutel zu finden. Unsere Leistungsanalyse liefert dabei wichtige Orientierung, denn den tatsächlichen Leistungsumfang eines Tarifs kann längst nicht jeder selbst einschätzen. Wer seinen Bedarf kennt, sollte zusätzlich einen Preisvergleich machen – denn ein etwas schmalerer Leistungsumfang kann sich durchaus lohnen, wenn der Preis stimmt.
Neue Tarife werben oft mit Innovationsgarantien. Ob diese tatsächlich einen Mehrwert bieten, entscheide sich im Kleingedruckten, erklärt Michael Franke: „Innovationsgarantie klingt zwar nach Fortschritt. Tatsächlich greift sie aber nur, wenn ein Tarif die versicherten Methoden abschließend aufführt oder durch ein Leistungsverzeichnis beschränkt." Ein Verzicht auf solche Einschränkungen sei daher ebenso kundenfreundlich wie eine Innovationsgarantie.
PKV-Zusatz Stationär: Sieger im Qualitätsvergleich
Die stationäre KV-Zusatzversicherung bezahlt Wahlleistungen im Krankenhaus: Aufenthalt im Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarzt- bzw. Privatarztbehandlung und freie Krankenhauswahl. Ergänzt wird das Angebot durch Erstattung teurer Behandlungen jenseits des GKV-Leistungskatalogs, Rooming-in, Vor- und Nachsorge sowie die Übernahme gesetzlicher Zuzahlungen. Über 6,9 Millionen Versicherte verlassen sich auf diesen Schutz.
Die stationäre Zusatzversicherung bietet das höchste Qualitätsniveau unter den KV-Zusatzsparten: Mehr als jeder fünfte der 126 untersuchten Tarife erhält die Note FFF+ „hervorragend", weitere 19 Prozent ein FFF „sehr gut“.
PKV-Zusatz Ambulant: Sehhilfen, Naturheilverfahren und Vorsorge im Test
Mehr als 9,25 Millionen Versicherte zählte der PKV-Verband Ende 2024 im Bereich ambulante Leistungen – dazu zählen Schutz für Sehhilfen, Naturheilverfahren und Vorsorge. Auch hier bewertet das Rating jeden Aspekt getrennt. Michael Franke erklärt den Ansatz: „Einige Menschen legen vor allem Wert auf Naturheilverfahren wie Akupunktur und TCM, andere auf erweiterten Vorsorgeschutz und Impfungen. Würden wir alle drei zusammenfassen, verlöre das Rating an Aussagekraft – und am Ende blieben nur wenige Tarife übrig, die in allen drei Disziplinen top sind." Fehlt eine Disziplin, erhält der Tarif in diesem Segment die Note F- „ungenügend".
PKV-Zusatz Sehhilfen: Wie gut ist der Schutz für Brillen und Kontaktlinsen?
Wie im Vorjahr erreicht nur jeder achte der 136 Tarife (13 Prozent) die Topnote FFF+. Einer von fünf Tarifen erhält ein „ungenügend", weil er keine Leistungen für Sehhilfen enthält.
PKV-Zusatz Naturheilverfahren: Wenn es mehr als Schulmedizin sein soll
Im Regelleistungskatalog der GKV sind Kosten für Heilpraktiker nicht vorgesehen. Naturheilverfahren werden nur erstattet, wenn sie von Ärzten mit entsprechender Zusatzausbildung erbracht werden.
Zusatzversicherungen für Naturheilverfahren zeigen sich im Vorjahresvergleich kaum verändert. Hervorragende Leistungen (FFF+) bleiben mit nur neun Prozent aller Tarife die Ausnahme. Der Anteil der Tarife mit FFF ist gegenüber 2025 gesunken. 38 Prozent erhalten ein „ungenügend" – damit schneiden überdurchschnittlich viele Tarife schlechter ab als in anderen Bereichen, weil sie nicht auf alternative Heilmethoden fokussieren.
PKV-Zusatz Vorsorge: Wie gut ist privater Vorsorgeschutz?
Das PKV-Zusatz-Rating Vorsorge prüft, welche Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen über das gesetzliche Maß hinaus versichert sind. Angebot und Qualität bleiben auch hier gegenüber dem Vorjahr unverändert. 15 Prozent erreichen ein FFF+, weitere sieben Prozent die Note FFF.
Was kostet eine gute Krankenzusatzversicherung?
Nicht nur die Qualität, auch der Beitrag bleibt stabil. „Preislich tut sich in der Zusatzversicherung aktuell wenig. Die versicherten Leistungen sind hier nicht so anfällig für Kostensteigerungen", sagt Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken. So würden die Tarife für Arzneimittel in der Regel nur Zuzahlungen erstatten. Regelleistungen im Krankenhaus seien ebenfalls nicht versichert und Wahlleistungen an die Gebührenordnung gekoppelt.
Ein 35-Jähriger zahlt für alle Bausteine bei guten Leistungen ab 100 Euro monatlich: Zahn ab etwa 25 Euro, stationäre Leistungen mit 1-Bett-Zimmer ab 40 Euro und ambulante Tarife je nach Umfang zwischen 30 und 50 Euro.
Fazit und Ausblick: Nachfrage bleibt hoch
Angebot und Qualität verharren auf Vorjahresniveau. Solange leistungsstarke Tarife in allen Bereichen zu finden sind, ist das eine gute Nachricht. Der Nachfrage ist unverändert hoch – sie wird durch schlechte Nachrichten zur GKV verlässlich befeuert.
„Dass die PKV durchaus Dynamik entwickeln kann, beweist aktuell vor allem die betriebliche Krankenversicherung. Mehr Bewegung in der PKV-Zusatzversicherung erwarten wir, wenn die lange erwartete Reform der ärztlichen Gebührenordnung verabschiedet ist", sagt Michael Franke. Zusätzliche Einschnitte in der GKV könnten die Produktentwicklung ebenfalls beflügeln. Die ruhige Phase sollten Versicherer nutzen, um Prävention auszubauen und Prozesse weiter zu verschlanken.
Mit dem Rating zur PKV-Zusatzversicherung startet Franke und Bornberg in die Ratingsaison 2026. Die aktuellen Bewertungsrichtlinien sowie vollständige Ergebnisse stehen unter diesem Link kostenlos bereit. Die Übersichten werden regelmäßig aktualisiert und um neue Produkte ergänzt.