Grundfähigkeit-Rating 2026: Nur 15,6 Prozent der Tarife erreichen die Bestnote FFF+
Das aktualisierte Grundfähigkeits-Rating 2026 von Franke und Bornberg bewertet die neueste Produktgeneration entlang des zuletzt erreichten Qualitätsniveaus. Kriterien, die der Markt inzwischen zum Standard gemacht hat, fließen geringer in die Bewertung ein. Gemeinsam mit der neu aufgenommenen Grundfähigkeit „Gleichgewichtssinn“ senkt das den Anteil der Spitzennote.
Hannover, 10. September 2026. Eine Grundfähigkeitsversicherung (GF) zahlt, wenn eine versicherte Fähigkeit verloren geht. Wann ein solcher Verlust vorliegt, regeln ausschließlich die Versicherungsbedingungen der jeweiligen Gesellschaft. Franke und Bornberg hat die Bewertungsmaßstäbe für das Grundfähigkeits-Rating 2026 an die Marktentwicklung angepasst. Nur noch 15,6 Prozent der Tarife erreichen die Höchstnote FFF+, im Vorjahr lag der Anteil noch bei 38 Prozent. Verantwortlich dafür sind niedrigere Gewichtungen für Kriterien, die sich inzwischen am Markt durchgesetzt haben, sowie eine neu aufgenommene Grundfähigkeit.
Das ist neu im Grundfähigkeits-Rating 2026
Im Rahmen der Überarbeitung passt Franke und Bornberg die Gewichtung von 14 Kriterien zu den versicherten Grundfähigkeiten an. Diese Kriterien erfüllt der Markt inzwischen nahezu einheitlich – frühere Unterschiede zwischen den Tarifen sind hier verschwunden. Damit sie nicht Ergebnisse überstrahlen, die tatsächlich noch differenzieren, fließen sie künftig geringer in die Bewertung ein.
- Neu im Kriterienkatalog: die Grundfähigkeit „Gleichgewichtssinn“ – die einzige neue Kern-Grundfähigkeit, die einen eigenständigen, praxisrelevanten Verlustfall abbildet und sich nicht auf bereits bewertete Fähigkeiten zurückführen lässt.
- Ebenfalls neu: das Kriterium „Angebot von Unterstützungsleistungen“. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Beratungsangebote zu medizinischen Fragestellungen, etwa die Vermittlung einer fachlichen Zweitmeinung oder spezialisierter Ärzte, sowie Unterstützung bei Fragen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation.
- Entfallen sind die Kriterien „Zulässige Aufenthaltsdauer außerhalb des Geltungsbereichs“ und „Wiederaufleben des Versicherungsschutzes ohne erneute Gesundheitsprüfung“ – beide erfüllt der Markt inzwischen praktisch einheitlich und liefern damit keine Differenzierung mehr.
„Der Markt hat bei früheren Unterscheidungsmerkmalen nachgezogen: Kriterien, die noch vor wenigen Jahren echte Qualitätsunterschiede zwischen den Tarifen zeigten, erfüllt heute nahezu jeder Versicherer. Damit sie nicht länger die eigentlichen Unterschiede überstrahlen, verlieren sie in unserer Methodik an Gewicht. Gleichzeitig erweitern wir mit der neuen Grundfähigkeit „Gleichgewichtssinn“ den Kriterienkatalog um einen eigenständigen, praxisrelevanten Aspekt, den bestehende Kriterien bislang nicht abdeckten.“, erklärt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.
Damit setzt sich fort, was schon in den vergangenen Rating-Jahrgängen galt: Kriterien, die sich am Markt als Standard durchsetzen, erhalten keine Extrapunkte mehr. Auf die Bewertung wirken sich nur noch Unterschiede aus, die für Kunden tatsächlich relevant sind.
Ratingergebnisse Grundfähigkeits-Rating 2026: Notenspiegel
Aktuell bieten 26 Versicherer eine Grundfähigkeitsversicherung an. Nur 15,6 % der Tarife erreichen die Höchstnote FFF+ hervorragend. 39,6 % erhalten die Note FFF, 28,1 % die Note FF+. 16,7 % der Tarife erhalten nur die Note F+, die Noten F und F- vergibt das Rating aktuell an keinen Tarif.
Ausschlaggebend für eine schlechtere Bewertung ist bei vielen Tarifen die fehlende Absicherung von Kern-Grundfähigkeiten, wie der neuen Kern-Grundfähigkeit „Gleichgewichtssinn“.
Methodik des Grundfähigkeits-Ratings 2026
Franke und Bornberg bewertet den Markt der Grundfähigkeitsversicherungen seit 2014 mit einem eigenen Kriterienkatalog und passt das Verfahren regelmäßig an aktuelle Marktentwicklungen an. Das Rating konzentriert sich auf die in der Praxis relevantesten Fähigkeiten, um die tatsächliche Leistungsstärke der Tarife abzubilden. Die bloße Anzahl versicherter Fähigkeiten in den Bedingungen spielt für die Bewertung keine Rolle, den diese ließe sich nach Belieben nahezu endlos ausbauen – ohne echte Mehrwerte für Versicherte. Das Rating 2026 bewertet 71 Kriterien, darunter die 14 im aktuellen Jahrgang neu gewichteten Kriterien zu den versicherten Grundfähigkeiten.
Einordnung und Trend: Grundfähigkeit im Vergleich zur Berufsunfähigkeit
Die Grundfähigkeitsversicherung zählt zu den jüngeren Produktlinien der Arbeitskraftabsicherung. Der Markt zeigt zwei gegenläufige Entwicklungen, die ein Update besonders relevant machen. Zum einen wächst das Angebot kontinuierlich, ohne dass sich einheitliche Marktstandards herausgebildet haben: Anzahl, Auswahl und Definition der versicherten Fähigkeiten unterscheiden sich von Gesellschaft zu Gesellschaft erheblich, was den Vergleich für Vermittler und Verbraucher erschwert. Zum anderen gewinnt die Leistungspraxis an Bedeutung, da die Zahl der tatsächlichen Leistungsfälle zunimmt und damit belastbarere Erfahrungswerte zur Regulierungsqualität der Anbieter vorliegen.
Laut des Leistungspraxisratings Grundfähigkeit von Franke und Bornberg führen am häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates, insbesondere der Arme und Beine, zu einer Anerkennung der Leistung. Die Anerkennungsquote liegt aktuell bei rund 36 Prozent. Auf Grund der teilweise noch jungen Bestände ist die Aussagekraft der Quote jedoch eingeschränkt. Die Franke und Bornberg Leistungspraxisstudie zeigt für die Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich eine deutlich höhere Anerkennungsquote von fast 80 Prozent aller Anträge. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Unterschied auch zukünftig so groß sein wird.
„Gerade weil sich Grundfähigkeitsversicherungen in Leistungsumfang und Definitionen deutlich unterscheiden, kommt einer sorgfältigen Beratung besondere Bedeutung zu. Vermittler sollten ihren Kunden transparent aufzeigen, welche konkreten Voraussetzungen für eine Leistung erfüllt sein müssen und wo die Grenzen des Versicherungsschutzes liegen. Ein realistisches Erwartungsmanagement ist entscheidend, damit aus einer vermeintlich einfachen Absicherung keine falschen Vorstellungen über den Leistungsfall entstehen.“, empfiehlt Philipp Wedekind, Leiter Rating Vorsorge und Nachhaltigkeit bei Franke und Bornberg.
Fazit und Ausblick
Die angepassten Maßstäbe im Grundfähigkeits-Rating 2026 zeigen, wo im Markt tatsächlich noch Qualitätsunterschiede bestehen. Eine genaue Analyse des individuellen Bedarfs und geeigneter Angebote bleibt unverzichtbar. Franke und Bornberg veröffentlicht die aktuellen Bewertungsrichtlinien sowie alle Ergebnisse auf Tarifebene auf der Website.
Fakten zum Rating Grundfähigkeit 2026
| Rating | Privathaftpflichtversicherung 2026 |
| Analysierte Tarife | 96 |
| Analysierte Versicherer | 26 |
| Bewertungskriterien | 71 |
| Topnote (FFF+ hervorragend) | 15,6 % (15 Tarife) |
| Veröffentlichungsdatum | 10. September 2026 |
| Quelle | Franke und Bornberg GmbH, Hannover, September 2026 |
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