Privathaftpflicht-Rating 2026: Schwache Tarife deutlich seltener, Bestnote bleibt rar
Im Privathaftpflicht-Rating 2026 von Franke und Bornberg schrumpft das Feld schwacher Tarife deutlich. Die Bestnote FFF+ hervorragend bleibt dagegen einer Minderheit vorbehalten. Die Qualitätsunterschiede im Markt bleiben groß.
Hannover, 3. September 2026. Die Qualität in der Privathaftpflichtversicherung steigt. Im aktuellen Rating von Franke und Bornberg schrumpft vor allem das Feld schwacher Tarife deutlich. Die Bestnote FFF+ hervorragend bleibt dagegen einer kleinen Minderheit vorbehalten. Das zeigt: Das Risiko einer Fehlauswahl nimmt ab. Deutliche Qualitätsunterschiede gibt es aber weiterhin.
Für das aktuelle Rating hat Franke und Bornberg 296 Tarife im Ratingverfahren Familie und 293 Tarife im Ratingverfahren Single von 87 Versicherern untersucht. Bis auf wenige Ausnahmen durchläuft jeder Tarif beide Ratingverfahren.
Privathaftpflicht-Rating 2026: Maßstab bleibt unverändert
An der Ratingsystematik hat Franke und Bornberg für den aktuellen Jahrgang nichts verändert. Kriterienkatalog, Gewichtungen und Mindeststandards bleiben gegenüber dem PHV-Rating 2025 unverändert. Damit lassen sich die Ergebnisse beider Jahrgänge auf Basis derselben Bewertungsmaßstäbe vergleichen.
Im Ratingverfahren Familie prüfen die Analysten 72 Detailkriterien in 23 Hauptkriterien. Beim Ratingverfahren Single sind es 60 Detailkriterien in 20 Hauptkriterien. Das Familien-Rating berücksichtigt neben dem Versicherungsnehmer auch Partner und Kinder. Das Single-Rating konzentriert sich ausschließlich auf den Versicherungsnehmer.
Ergebnisse des Privathaftpflicht-Ratings 2026: Weniger schwache Tarife, Spitze bleibt klein
Im Ratingverfahren Familie erreichen nur 17,6 Prozent der Tarife die Bestnote FFF+ hervorragend. Im Vorjahr waren es 15,8 Prozent. Im Ratingverfahren Single vergibt Franke und Bornberg die Höchstnote nur an 17,1 Prozent der Tarife, nach 15,3 Prozent im Vorjahr.
Analyse von 296 Tarifen im Ratingverfahren Familie (2025: 304). Rundungsbedingt kann die Summe der Prozentwerte geringfügig von 100 Prozent abweichen.
Analyse von 293 Tarifen im Ratingverfahren Single (2025: 300). Rundungsbedingt kann die Summe der Prozentwerte geringfügig von 100 Prozent abweichen.
Besonders deutlich ist die Entwicklung am unteren Ende der Notenskala. Im Ratingverfahren Familie erhalten 10,8 Prozent der Tarife eine Note von F+ oder schlechter. Im Vorjahr waren es noch 15,7 Prozent. Im Ratingverfahren Single sinkt dieser Anteil von 14,3 auf 10,9 Prozent.
Privathaftpflicht-Basistarife zeigen weiterhin Lücken
Viele Versicherer bieten mehrstufige Tarifwerke vom Topschutz bis zur Basisversion. Gerade Basistarife zeigen weiterhin wiederkehrende Schwächen. Dazu zählen unter anderem die Forderungsausfalldeckung und der Schadenersatzrechtsschutz, Mietsachschäden, Gefälligkeitshandlungen sowie der Gebrauch von Drohnen. Bei Familientarifen kommt der Schutz für deliktunfähige Mitversicherte hinzu.
Das Beispiel privat genutzter Drohnen zeigt das Risiko: „Der private Betrieb von Drohnen ist längst Alltag. Trotzdem ist dieses Risiko in vielen Basistarifen noch nicht ausreichend mitversichert. Solche Lücken zeigen, warum der Blick auf die Bedingungen so wichtig ist“, erklärt Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg.
Neben Drohnen zeigen schwächere Tarife auch bei selbstständigen nebenberuflichen Tätigkeiten, Schäden an Sachen von Arbeitskollegen oder Arbeitgebern sowie beim Verlust beruflicher Schlüssel häufiger Defizite.
Methodik des Privathaftpflicht-Ratings 2026 in Kürze
Franke und Bornberg bewertet Privathaftpflichtversicherungen in zwei getrennten Ratingverfahren: Familie und Single. Bis auf wenige Ausnahmen durchläuft ein Tarif beide Verfahren.
Jede untersuchte Regelung erhält abhängig von ihrer Qualität einen Wert zwischen 0 und 100 Punkten. Gewichtungen sorgen dafür, dass zentrale Leistungen stärker in das Ergebnis eingehen als weniger bedeutende Kriterien.
Für die Ratingklassen FF, FF+, FFF und FFF+ gelten zusätzlich Mindeststandards. Sie verhindern, dass Schwächen bei wichtigen Leistungen durch gute Ergebnisse in weniger bedeutenden Bereichen ausgeglichen werden. Dazu zählen unter anderem Anforderungen an die Deckungssumme für Personen- und Sachschäden sowie an den Schutz beim elektronischen Datenaustausch und bei der Internetnutzung im Ausland. Eine höhere Ratingklasse erreicht ein Tarif nur, wenn er sowohl die erforderliche Gesamtpunktzahl als auch sämtliche Mindeststandards dieser Klasse erfüllt.
Privathaftpflicht-Rating 2026: Tarifqualität steigt, Unterschiede bleiben
Insgesamt bestätigt das aktuelle Rating die positive Entwicklung der vergangenen Jahre. Der Anteil schwacher Angebote geht zurück, während etwas mehr Tarife als im Vorjahr die höchste Bewertung erreichen. Von einer breiten Spitzengruppe kann dennoch keine Rede sein: Nicht einmal jeder fünfte untersuchte Tarif erhält FFF+ hervorragend. Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH ordnet ein: „Die Tarifqualität steigt, aber FFF+ bleibt einer klar begrenzten Spitzengruppe vorbehalten. Ein gutes Rating muss Unterschiede sichtbar machen: gerade dann, wenn sich der Markt insgesamt verbessert.“
Rückenwind erhält der Markt auch von der Nachfrageseite: Für die Schaden- und Unfallversicherung rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für 2026 mit einem Beitragswachstum von 5,2 Prozent (Quelle: GDV-Jahresprognose, Stand Februar 2026).
Die Privathaftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Instrumenten der privaten Existenzsicherung. Wer anderen einen Schaden zufügt, haftet grundsätzlich in unbegrenzter Höhe. Insbesondere schwere Personenschäden können Schadenersatzforderungen schnell über die Millionengrenze treiben. Die Bewertungsgrundlagen von Franke und Bornberg ordnen die Privathaftpflicht deshalb als wesentliches Werkzeug der Existenzsicherung ein.
Fazit und Ausblick
Das Privathaftpflicht-Rating 2026 zeigt eine positive Entwicklung: Schwache Tarife werden deutlich seltener. Gleichzeitig bleiben die Unterschiede zwischen Basis- und Topschutz erheblich. Gerade bei einzelnen Alltagsrisiken weisen schwächere Tarife weiterhin Lücken auf.
Die Bestnote FFF+ hervorragend bleibt deshalb bewusst anspruchsvoll. Sie kennzeichnet Tarife, die nicht nur eine hohe Gesamtpunktzahl erreichen, sondern auch die Mindeststandards für die höchste Ratingklasse vollständig erfüllen.
Alle Ratingergebnisse sowie die aktuellen Bewertungsgrundlagen veröffentlicht Franke und Bornberg auf seiner Website.
Fakten zum zum Privathaftpflicht-Rating 2026 (Familie / Single)
| Rating | Privathaftpflichtversicherung 2026 |
| Analysierte Tarife | 296 Familie, 293 Single |
| Analysierte Versicherer | 87 |
| Bewertungskriterien | 72/60 |
| Topnote (FFF+ hervorragend) | 17,6 % (52 Tarife) Familie, 17,1 % (50 Tarife) Single |
| Veröffentlichungsdatum | 03. September 2026 |
| Quelle | Franke und Bornberg GmbH, Hannover, September 2026 |
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