Nachhaltigkeits-Score 2026: Versicherer im Schnitt bei 48 Prozent, Unterschiede groß

Die Franke und Bornberg GmbH (Franke und Bornberg) hat 50 Versicherer für den Nachhaltigkeits-Score 2026 analysiert, in diesem Jahr mit stärkerem Fokus auf Resilienz und Transformationssteuerung. Seit Juli 2026 gelten für Nachhaltigkeitsratings zudem neue EU-Regeln.

Hannover, 15.10.2026. Nach Analyse von Franke und Bornberg erreichen die 50 Versicherer im Nachhaltigkeits-Score 2026 durchschnittlich 48 Prozent. Die Spanne reicht von 16 bis 87 Prozent. Nur drei Versicherer kommen auf mehr als 80 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Versicherern sind damit erheblich.

Laut den Treibhausgas-Projektionen 2026 des Umweltbundesamtes vom 14. März 2026 droht Deutschland seine Vorgaben aus der EU-Klimaschutzverordnung für 2021 bis 2030 um 255 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente zu verfehlen. Die Projektion bildet die bis November 2025 beschlossenen Maßnahmen ab. Nach einer Modellrechnung in einer Studie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS, Research Report 2025/1) verursachen höhere Versicherungsprämien, Rückstellungen und Rücklagen zur Kompensation kommender Schäden in Deutschland bis 2050 einen kumulierten ökonomischen Schaden von 230 Mrd. €. Folgen des Klimawandels treffen die Versicherungsbranche direkt.

Das ist neu im Nachhaltigkeits-Score 2026

Franke und Bornberg überprüft das Bewertungsverfahren jährlich und schärft Kriterien dort nach, wo neue Anforderungen oder Unterschiede im Markt entstehen. 2026 rücken insbesondere die Resilienz und Transformationssteuerung der Unternehmen stärker in den Fokus. Betrachtet werden dabei unter anderem das Vorhandensein von Transitionsplänen und die klimabezogenen Ziele der Versicherer. 

Eine veröffentlichte Zielsetzung allein genügt nicht: Franke und Bornberg prüft auch, wie diese dokumentiert und operationalisiert wird. Dazu gehören unter anderem Zwischenziele, konkrete Maßnahmen in den verschiedenen Geschäftsbereichen sowie die Nachvollziehbarkeit der Fortschrittsmessung.

Ergebnisse des Nachhaltigkeits-Scores 2026: Produkte vorn, Gesellschaftliches Engagement mit Lücken

Der Nachhaltigkeits-Score von Franke und Bornberg untersucht 275 Einzelkriterien in sechs Fokusthemen: Ressourcenmanagement, Arbeitgeberverantwortung, Gesellschaftliches Engagement, Investment, Wandel und Innovation sowie Produkte.

Über alle Fokusthemen hinweg liegt der durchschnittliche Gesamtscore im aktuellen Jahrgang bei 48 Prozent. Im Vorjahr waren es 42 Prozent. Die Methodik wurde 2026 in einzelnen Kriterien weiterentwickelt und unterscheidet sich damit geringfügig vom Vorjahr.

Nach Analysen von Franke und Bornberg unterscheiden sich die Ergebnisse zwischen den einzelnen Fokusthemen deutlich. Den höchsten Marktdurchschnitt erreicht das Fokusthema Produkte mit 57 Prozent, knapp gefolgt von der Arbeitgeberverantwortung mit 56 Prozent. Beim Fokusthema Investment werden durchschnittlich 48 Prozent erreicht, zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Beim Ressourcenmanagement liegt der Durchschnitt bei 46 Prozent, bei Wandel und Innovation bei 43 Prozent.

Am unteren Ende liegt das Gesellschaftliche Engagement mit 40 Prozent. Hier zeigt sich auch in der Verteilung ein deutliches Gefälle: 21 von 50 Versicherern erreichen weniger als 30 Prozent. Unter 20 Prozent bleiben sogar 17 Versicherer. Sieben Versicherer erzielen null Prozent. Die Dokumentationslage ist in diesem Bereich vergleichsweise dünn. Niedrige Bewertungen sind deshalb nicht automatisch mit fehlenden Aktivitäten gleichzusetzen; sie können auch entstehen, wenn entsprechende Aktivitäten nach der Ratingmethodik nicht ausreichend dokumentiert oder belegt werden können.

„Unser Anspruch ist es, auch solche Unterschiede sichtbar zu machen, die in der Berichterstattung der Unternehmen oft untergehen. Der aktuelle Jahrgang zeigt, dass diese Unterschiede zwischen den Versicherern erheblich sind. Wer Versicherer in verschiedenen Nachhaltigkeitsdimensionen vergleichen will, erhält mit dem Score dafür eine nachvollziehbare Grundlage“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.

Methodik des Nachhaltigkeits-Scores 2026

Nach der Methodik von Franke und Bornberg werden 275 Einzelkriterien bewertet und zu einem Gesamtscore verdichtet; das Benchmark-Verfahren ordnet die Ergebnisse der Versicherer im Markt ein. Die Bewertung umfasst zwei Stufen. Die initiale Bewertung erfolgt unbeauftragt und ausschließlich auf Basis der öffentlich verfügbaren Pflichtberichte zur Nachhaltigkeit nach Non-Financial Reporting Directive (NFRD), CSRD bzw. §§ 289b, 289c HGB sowie für die Produktkriterien auf Basis der verfügbaren Versicherungsbedingungen.

Weil Pflichtberichte häufig nicht alle Nachhaltigkeitsleistungen abbilden, können Versicherer in einer zweiten Stufe ergänzende Nachweise durch Franke und Bornberg prüfen lassen. Das betrifft Informationen, die Unternehmen etwa als nicht wesentlich eingestuft haben oder aus Vertraulichkeitsgründen nicht veröffentlichen. Diese beauftragte Prüfung ergänzender Informationen folgt derselben Methodik mit denselben Kriterien, Gewichtungen und Bewertungsmaßstäben wie die initiale Bewertung. Ein Anspruch auf ein besseres Ergebnis entsteht dadurch nicht. Ziel ist es, die festgelegten Aspekte der Nachhaltigkeitsleistung vollständiger abzubilden, als es die Pflichtberichte allein tun.

Der Nachhaltigkeits-Score zeigt damit, inwieweit ein Versicherer festgelegte Kriterien erfüllt und wie sich seine Ergebnisse in den einzelnen Fokusthemen im Vergleich zum Markt einordnen. So werden Stärken und Lücken eines Versicherers sichtbar. Die Ergebnisse der einzelnen Versicherer stehen als kompakte Factsheets zur Verfügung.

Regulierung 2026: Was neue EU-Regeln für den Nachhaltigkeits-Score 2026 bedeuten

Das regulatorische Umfeld für Nachhaltigkeitsberichte ist in Bewegung: Die Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist in Deutschland weiterhin Gegenstand des Gesetzgebungsverfahrens, während die europäischen Berichtspflichten mit der Richtlinie (EU) 2026/470 bereits neu zugeschnitten wurden. Der Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen wird damit kleiner.

Seit dem 2. Juli 2026 findet die Verordnung (EU) 2024/3005 über die Transparenz und Integrität von ESG-Rating-Tätigkeiten (ESG: Environmental, Social, Governance) Anwendung. Franke und Bornberg wird seit dem 13. August 2026 im Register der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) als „Registered under Article 5“ geführt. Die Verordnung verlangt unter anderem, Methoden, Informationsquellen und Gewichtungen offenzulegen. Franke und Bornberg veröffentlicht diese Angaben in der Offenlegung und beschreibt dort auch die Regeln für die Prüfung ergänzender Informationen.

„Wir begrüßen, dass ESG-Ratings jetzt klare europäische Spielregeln bekommen haben. Transparente Methoden, nachvollziehbare Bewertungen und einheitliche Standards gehören für uns zu guter Ratingarbeit. Deshalb empfinden wir die neue Regulierung nicht als Einschränkung, sondern als Bestätigung unseres Ansatzes. Wer Ratings veröffentlicht, sollte auch erklären können, wie sie zustande kommen“, sagt Michael Franke.

Ergebnisliste Nachhaltigkeits-Score 2026

Die nachfolgenden Werte geben die Ergebnisse des Nachhaltigkeits-Scores nach der Methodik von Franke und Bornberg wieder. Sie stellen keine Zertifizierung dar und erlauben keine Aussage über die absolute Umwelt- oder Klimawirkung eines Versicherers oder seiner Produkte. Alle bewerteten Versicherer wurden vor der erstmaligen Herausgabe ihres ESG-Ratings über ihr Ratingergebnis informiert und konnten auf sachliche Fehler hinweisen. Ergebnisse, die ausschließlich auf der initialen, unbeauftragten Bewertung beruhen, sind in der nachfolgenden Ergebnistabelle mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet und werden in der Legende näher erläutert.

Franke und Bornberg Nachhaltigkeits-Score 2026 - Gesamtergebnis Liste der 50 Versicherer

 

Fazit zum Nachhaltigkeits-Score 2026: Große Unterschiede zwischen den Versicherern

Laut Franke und Bornberg trennt die Versicherer im Nachhaltigkeits-Score 2026 eine Spannweite von 71 Prozentpunkten. Während die Fokusthemen Produkte und Arbeitgeberverantwortung im Marktdurchschnitt die höchsten Werte erreichen, zeigen sich beim Gesellschaftlichen Engagement besonders häufig niedrige Ergebnisse und Dokumentationslücken.

Mit dem neuen europäischen Regulierungsrahmen für ESG-Ratings gewinnen transparente Methoden und eine belastbare Datengrundlage zusätzlich an Bedeutung.

Alle weiteren Informationen und Ergebnisse finden sich auf der Nachhaltigkeits-Score Website von Franke und Bornberg. 

Fakten zum Nachhaltigkeits-Score 2026

RatingNachhaltigkeits-Score 2026
Analysierte Versicherer50
Einzelkriterien275
Fokusthemen6
Durchschnittlicher Gesamtscore48 % 
Spanne Gesamtscore16 bis 87 %
Gesamtscore über 80 %3 Versicherer
Höchster Durchschnitt je FokusthemaProdukte: 57 %
Niedrigster Durchschnitt je FokusthemaGesellschaftliches Engagement: 40 %
DatengrundlageInitiale, unbeauftragte Bewertung: Pflichtberichte zur Nachhaltigkeit (NFRD, CSRD bzw. §§ 289b, 289c HGB) und verfügbare Versicherungsbedingungen; beauftragte Prüfung ergänzender Informationen: zusätzlich nach der Methodik zugelassene Nachweise
Veröffentlichungsdatum15.10.2026
QuelleFranke und Bornberg GmbH, Hannover, 15.10.2026

Pressekontakt

Katrin Bornberg                    
Telefon +49 (0) 511 367 389 0 
presse@franke-bornberg.de 

 

Autor*en:

Franke und Bornberg
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